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Ratgeber, was heißt Dilatationsstoß

Dilatationsstoß

[dilatare (lat.) – (aus-)dehnen, erweitern]

Der Dilatationsstoß ist eine Schutzeinrichtung, um Längenänderungen bei Leitplanken aufzunehmen.


Wie kommt es aber zu diesen Längenänderungen und warum braucht man dafür ein Dilatationselement?

Im Straßenbau ist es unerlässlich, sich mit den unterschiedlichen Ausdehnungseigenschaften der verwendeten Werkstoffe auseinanderzusetzen. Dazu zählen u. a. lastbedingte Längenänderungen (auch „Kriechen“ genannt) und Längen- bzw. Volumenänderung durch Wärmedehnung, was auch als Dilatation bekannt ist.
Um Spannungsrissen aufgrund dieser Ausdehnungen vorzubeugen, macht man sich planmäßige Dilatationsfugen zu Nutze.

Bei der Dilatationsfuge handelt es sich um eine Fuge zur Unterbrechung von Bauteilen; auch: Bauwerksdehnfuge, Dehnungsfuge, Dehnfuge, Belastungsfuge.

Das Dilatationsprinzip - Skizze

Bei Brückenbauten sind Dilatationsstöße als Sicherheitseinrichtung ab einer Brückenlänge von ca. 28 – 30 m notwendig, um Zwangsspannungen zu vermeiden. Diese werden an beiden Enden verbaut, um sowohl die Bewegung, als auch die Dehnung der Brücke gegenüber den Widerlagern auszugleichen. Um die Schutzleitplanke vor den Auswirkungen der Brückenbewegungen und Brückendehnungen zu bewahren, wird diese an den Stellen des Brückenübergangs zur Fahrbahn mit Dilatationsstößen ausgestattet. Bei Leitplanken hat der Stoß die Form einer überlappten Fuge und ist mit Langlöchern für die Befestigungsschrauben versehen.

Werden die aus den inneren Spannungen entstehenden Kräfte nicht durch solche Stöße aufgenommen, entstehen daraus Zwängungen, die zu Schäden oder - im Extremfall - zur Zerstörung von Bauteilen führen können!

Bei der Montage, die im Herstellerwerk zu erfolgen hat, ist stets darauf zu achten, dass die Stoßschrauben im Dilatationsbereich nur so fest angezogen werden, dass die problemlose Verschiebbarkeit der beweglichen Konstruktionsteile zum Längenausgleich gewährleistet bleibt. Die Muttern sind hierbei fachgerecht, mit einem Mindestanziehmoment von ca. 70 Nm, zu kontern.

Die Größe des benötigten Dilatationsstoßes (TL-SP 99 Zeichnungs-Nr. 136 – 139) ergibt sich aus der errechneten absoluten Längenänderung ∆l.

Seit dem 01.01.2019 ist es laut BAST zwingend notwendig, einen Nachweis über das Erfüllen der technischen Kriterien vorzulegen. Man benötigt hierfür einen rechnerischen Nachweis, dass die einzubauende Dilatation die Schutzwirkung der Leitplanke im Anfahrfall nicht beeinträchtigt und diese in der Lage ist, die aufkommenden Längskräfte vollständig zu übertragen.


Beispiele Dilatationsstoss Mittelstück:


Ansicht Rückseite

Dilatationsstoss Mittelstück Ansicht von hinten Rückseite

Ansicht Vorderseite

Dilatationsstoss Mittelstück Ansicht von vorne Vorderseite

Draufsicht

Dilatationsstoss Mittelstück Ansicht von oben Praxisbeispiel

Ansicht gesamte Länge

Dilatationsstoss Praxisfoto Ansicht gesamte Länge

Übergang Ansicht von oben

Dilatationsstoss Übergang Mittelstück Ansicht von oben

Info:

  Die Widerlager befinden sich an beiden Enden einer Brücke und bilden den konstruktiven Abschluss. Ihre Aufgabe ist es, die Seitenenden abzustützen und die einwirkenden Kräfte in den Untergrund abzuleiten.

Skizze - Die Ausdehnung, Dilatation, Fuge zwischen Brücke und Widerlager

Ausdehnung, Dilatation, Fuge zwischen Brücke und Widerlager

Dilatationsstoss fertig verschraubt Ansicht hinten

Dilatationsstoss fertig verschraubt Ansicht Hinten